Alters- und Alternsgerechtes Arbeiten

 

 

Expertise "Un- und angelernte" Fachkräfte - jenseits der demografischen Debatte? 

Die Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt im demografischen Wandel –
auf dem Weg zu personellen Engpässen bei einfachen Tätigkeiten 

 

 „Un- und angelernte“ Arbeiterinnen und Arbeiter altern – und niemand schaut hin.“

So lässt sich pointiert die Situation der un- und angelernten Beschäftigten auf einfachen Arbeitsplätzen in der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt beschreiben. Weder Unternehmen noch Politik nehmen diese Beschäftigten in den Blick und entwickeln Strategien für eine alternsgerechte Arbeit und damit die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dabei arbeiteten im Jahr 2010 rund 20.000 Beschäftigte in der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt. Damit zählt sie zu den beschäftigungsintensivsten Branchen im Land. Einfache Arbeit spielt hier zudem auch künftig eine große Rolle. Vor diesem Hintergrund hat Claudia Dunst von der Wert.Arbeit GmbH, Berlin eine Kurzstudie verfasst, die durch die Hans-Böckler-Stiftung sowie die NGG unterstützt worden ist. 

 

Hohe Qualifikation der angelernten Beschäftigten – unsichtbar alterndes Potenzial in den Betrieben
In der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt arbeiten in den einfachen Tätigkeiten vielfach angelernte Beschäftigte, die eine hohe Beschäftigungs-fähigkeit aufweisen. Dazu gehören u.a. Qualifikation, umfangreiche Berufserfahrung, Flexibilität. Sie bilden oftmals das „Rückgrat“ für die reibungslosen und effektiven Arbeitsabläufe in den Betrieben. Von dieser Beschäftigungsfähigkeit profitieren die Unternehmen in vielfacher Hinsicht: Verantwortungsvolle und umsichtige Arbeitsweisen, hohe Kommunikations-fähigkeit, Flexibilität bei neueren (komplexeren) technischen Zusammenhängen. Doch diese Potenziale werden nicht gesehen. Sie zählen nicht als wirtschaftliche Herausforderung.
Daten zur Arbeitsqualität weisen ebenso wie die Fallbeispiele der Studie darauf hin, dass es um die dauerhafte Beschäftigungsfähigkeit in den Unternehmen schlecht bestellt ist. Insbesondere Qualifizierung und präventive Gesundheits-förderung wird in den Unternehmen wenig wahrgenommen. Aus diesen Ergeb-nissen lässt sich ableiten, dass der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit in ein-facher Arbeit eine zentrale Schlüsselfrage für die Bewältigung des demo-grafischen Wandels in der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt sein wird. Die Kurzstudie liefert dazu eine Reihe von Argumenten. Sie können die Studie hier als pdf-Dokument downloaden.